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Plattfuss in Irland

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Keine Sorge, ich will hier jetzt nicht ein neues Kapitel des filmischen Schaffens des seligen Carlo Pedersoli (1929-2016) ans Licht zerren. Nein, es geht um die Fährnisse, die ein Autofahrer auf der "Grünen Insel" meistern muss. Und dazu gehört nun einmal der Plattfuss. Nicht der Pes planus, nicht der Hau-Drauf-Held-mit-Herz, nein, der mehr oder minder langsam Luft lassende Pneu.  In den letzten drei Monaten ein Schicksal, das mein Fortkommen gleich dreimal behinderte. Nicht dramatisch, zum Glück, sondern per Anzeige des Computers im Fahrerblickfeld. Prozedur dann jedesmal dieselbe: Optischer Check und "Fussprobe", keine akute Gefahr, also bei nächster Gelegenheit an die Luftpumpe. Den betroffenen Reifen identifiziert, dann den Übeltäter isoliert. Ab zum Dorfschmied, und um Abhilfe ersucht. Was zweimal gut klappte, eine Schraube beziehungsweise ein Nagel hatten die Lauffläche des linken beziehungsweise rechten Hinterreifens durchdrungen, wurden chirurgisch entfernt,...

Mit der Schule ist es wie mit der Medizin

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Dieser Tage findet im fernen Itzehoe ein "Jahrgangstreffen" meiner ehemaligen MitschülerInnen statt, die (wie ich auch) 1980 das Abitur absolvierten. Mehr oder minder erfolgreich. In meinem Fall minder, hat aber auch nichts wirklich geschadet. Doch kam bei mir die Frage auf: "Was eigentlich haben mir dreizehn Jahre Schule gebracht?"  Eine Frage, die in Sichtweite der beruflichen Zielfahne "Rente" vielleicht spät aufkommt. Aber auch schon vorher ab und an durch den Raum schwebte. Heute habe ich dann die Zeit gefunden, einmal meine Gedanken dazu in Schriftform zu bringen. Wobei ich vorweg sagen muss, dass ich in den letzten 35 Jahren genau zweimal nach einem Zeugnis gefragt wurde ... ein Verlag in den USA legte Wert auf akademische Bildung der Mitwirkenden und wollte meinen M.A. nachgewiesen haben. Und jetzt will die Rentenversicherung einen Nachweis über die Schul- und Studienzeiten. Ansonsten interessierte es herzlich wenig, ob ich nun in Schönschrift oder...

Social Media post mortem

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So, nun lebe ich also mehrere Wochen ohne soziale Medien ... und siehe, ich vermisse sie eigentlich nicht. Wichtige Kontakte auf Facebook wurden mit dem Messenger am Leben gehalten, andere Leute melden sich per eMail, manch Mensch liest hier mit.  Gut, ich gebe zu, der Blog könnte etwas mehr Leben gebrauchen. Nicht nur von meiner Seite, auch von den Reaktionen her. Zugegeben, es macht doch etwas mehr Mühe, Gedanken auszuformulieren. Auf jeden Fall mehr Mühe, als schnell ein "Like" zu klicken. Und auch mir bringt ein Beitrag hier mehr Arbeit ins Haus als flink etwas in den Feed zu feuern. Das Experiment mit einem Kurzbeitrag im Stil von Facebook sehe ich als gescheitert an. Keine Reaktion, interessiert also anscheinend niemand, warum sich dafür dann abrackern? So werde ich dann wohl nur noch längere Beiträge hier abladen. Lesestoff, oder kleine Bilderstrecken. Keine Sorge, es wird nicht der heimische Dia-Abend. Und, ganz ehrlich, ich weiß auch noch nicht genau, was da kommen s...

Friedhof der Kuscheltechnologie

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Aus gegebenem Anlass musste ich den Dachboden, irgendwann mal als "Man Cave" vorgesehen, etwas bereinigen ... der Weg zum Wertstoffhof steht an, und so sollen dann Papier- und Pappdinge den Weg alles Irdischen gehen. Zur Reinkarnation freigegeben.  Und als ich so sinnierte, was weg kann (eigentlich alles, oder mindestens 90%, denn es lagert seit Jahren unvermisst da oben), da schweifte mein Blick auch auf einige Elektrosachen. Die ich gleich mitnehmen könnte. Mal sehen, was ich so aus dem Gedächtnis zusammenkriege: VHS Rekorder, Compact Cassette Deck, Walkman, CD Spieler, DVD Spieler, Floppy 3.5 externes Laufwerk, zwei Satellitenempfänger, Equalizer, Tuner, Scanner, Drucker, 4:3 Monitor, analoger 4:3 Fernseher, kaputte Digitalkamera, noch 'ne kaputte Digitalkamera, und noch eine, gleich fünf obsolete Handys, diverse Ladegeräte. Ich glaube, ich muss doch zweimal fahren. Und befürchte gleichzeitig, dass dies eigentlich nur die Spitze des Eisbergs ist. Denn in der Werkstatt ...

Wer nicht fragt, bleibt dumm ...

Herself hat Lieferanten aus dem Ausland im Haus, und mitten in der Runde kommt eine Frage auf: warum eigentlich haben viele irische Autos diese Aufkleber mit L oder N?  Noch bevor sie was sagen kann, liefert ihr Chef eine einleuchtende Erklärung: "Politik, alles Politik ... Nationalisten fahren mit dem N, Loyalisten mit dem L." Zufrieden nickt der Gast. Und reist mit mehr Wissen wieder heim.

Darwin oder doch nicht?

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In Irland scheint es gerade einmal mehr einen Wettbewerb um den aktuellen Darwin-Award zu geben. Und das hängt vielleicht auch mit Social Media zusammen. Oder Langeweile im Sommerloch. Oder Dummheit.  Die Fakten sind haarsträubend:  Am zweiten Augustwochenende, im Morgengrauen, verwandelte sich eine einfache Fahrt auf der M50 für einen Mann in einen grauenhaften Alptraum. Denn ihm kam, frisch von der Rampe bretternd, ein Geisterfahrer entgegen. Frontalzusammenstoß, neun Menschen teils schwer verletzt. Im Kleinwagen (!) auf der falschen Spur nicht weniger als acht Teenager. Alles Party oder was? Das vergangene Wochenende dann ein ähnliches Szenario auf der M9 im County Kildare, auf dem Weg in den Urlaub kam vier nichts ahnenden Fahrzeuginsassen um drei Uhr nachts ebenfalls ein Fahrzeug entgegen. Wieder ein frisch von der Auffahrt rasender Geisterfahrer, wieder ein Frontalzusammenstoß. Diesmal nicht so "glimpflich" - aus dem Wrack des falsch fahrenden BMW schnitt die Feuerwehr ...

High Noon am Monatsende: Adieu Facebook!

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  So, es ist vollbracht ... pünktlich zum Monatsende und genau zur Mittagsstunde habe ich mein Facebook-Profil auf Dauerpause gesetzt. Das bedeutet, dass ich nicht mehr aktiv bin. Aber auch, dass der Messenger noch weiter funktioniert. Falls jemand nochmal ganz dringend in Kontakt treten will, und weder meine eMail-Adresse noch meine Telefonnummer kennt.  Diese Unkenntnis, gebe ich zu, betrifft den weitaus grössten Teil der Menschheit. Ich sehe es auch nicht mehr als notwendig an, mit der gesamten Internet-Gemeinde in (potentiellem) Kontakt zu stehen.  Damit gehen dann sechzehn Jahre, vier Monate und ein paar Tage Facebook (und Social Media insgesamt) dem Ende entgegen, die Gründe habe ich ja an anderer Stelle schon ausgiebig genannt . Gegen Ende des Jahres (spätestens) werde ich endgültig das Konto löschen, dann ist auch der Messenger weg.  Wer den dann definitiv abgefahrenen Zug verpasst hat, muss dann eben hier das Kontaktformular nutzen. Oder kann still und heim...

Das neue Normal im Klimawandel

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Heute soll es endlich einmal wieder regnen ... dass ich diesen Satz irgendwann einmal in Irland sagen oder schreiben würde, wer hätte es gedacht? Auch wenn die derzeit gar nicht so grüne Insel von den gröbsten Exzessen der paneuropäischen Hitzewelle verschont wurde: Es war (zu) trocken, und sehr, sehr warm. Für mich zu heiß.  Nun kann man argumentieren, dass eine deutsche Eiche standhaft ist. Allerdings hat die Eiche, die Herself seit fünfzehn Jahren liebevoll heranzüchtet, da eine andere Meinung. Der Juli ist noch nicht einmal zu Ende, und sie hat schon in den Herbst-Modus geschaltet. Knusprig braune Blätter. Die sich noch am Ast halten, aber auch da sehe ich schon ein leichtes Wackeln.  Und auf der Nachbarinsel wird vor dem Picknick im Schatten der Bäume gewarnt. Anscheinend krachen immer mehr knochentrockene Äste zu Boden. Aber Klimawandel ist bestimmt nur eine Lüge der Links-Rot-Grün-Versifften.

Fremde Welten im Jianghu - ein Hobbyprojekt

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Nur der Vollständigkeit halber möchte ich erwähnen, dass ich keineswegs komplett mit dem Schreiben aufhöre, auch wenn das Rentenalter naht. Zum einen werde ich einige Verlagsprojekte noch weiter betreuen, zum anderen juckte es mir lange in den Fingern, etwas ganz Neues zu schaffen. Was meinen Interessen abseits des Alltags gewidmet sein soll. Wer neugierig ist, kann gerne einfach mal bei Lao Pangzi im Jianghu vorbeischauen. Dort fröne ich jetzt meiner Passion für asiatische Abenteuer ... mit Exkursen über geschichtliche Themen bis hin zu Klemmbausteinen.  Ein " Work in Progress ", wie man so schön sagt. Das keineswegs in Stress ausarten soll, sondern gemächlich und je nach Lust und Laune mit Inhalten gefüllt wird. Kleine Häppchen, manchmal auch große Speisen (mit entsprechend langer Zubereitungs- und Garzeit), und ohne jeden Zwang zur regelmäßigen Bespassung des (wahrscheinlich ohnehin kleinen) Publikums. 

Die alten Rittersleut von Wien (und Imai)

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Vor einigen Jahren streifte ich des (sehr heißen) Sommers fasziniert durch das Kunsthistorische Museum Wien , genauer gesagt (und ganz speziell) die Hofjagd- und Rüstkammer . Selber nur bewaffnet mit der Kamera, und transpirierend wie eine Wildsau bei der Hatz. Während ich dann so Bild nach Bild nach Bild schoss, erwähnte ich Herself gegenüber: "Früher gab es mal eine ganze Menge von diesen Rüstungen als Bausatz!"  Was antwortete sie? "Und die hast Du nicht ...?" Eine Challenge? Eine Challenge!  Ich versuchte, mich zu erinnern - es gab da also, meinte ich, vier Bausätze von Imai. So in den frühen 1980ern. Einen hatte ich mal. Nie gebaut, irgendwann gewinnbringend verkauft. Imai ist jedoch lange weg vom Fenster, selbst in Japan nur noch antiquarisch in Erscheinung tretend. Aber, vielleicht, bei eBay? Wie Marcel Proust, Madeleine in der Hand, sagen würde: " À la recherche des maquettes perdus. "  Und siehe, gerade endete eine Auktion. Verpasst. Was aber hatt...

Eine Art Prolog

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Blogging? Das ist doch so "Old School"! Wer liest denn das? Wie soll man da auf Reichweite kommen? Und warum jetzt wieder?  Ich versuche eine Erklärung.  Lange habe ich auf Facebook einen Microblog betrieben (so man denn Postings dort mit dem klassischen Blog vergleichen kann), meine Präsenz im Internet auf Social Media reduziert. Der ganz banale Grund? Genug um die Ohren. Auch eine gewisse Schreibunlust, da ich ja beruflich schon viel schreibe. Und, ich gebe es gerne zu, ab und an der Gedanke, dass es ohnehin keine Sau interessiert, was ich so von mir gebe. Abgesehen vom fixen "Like" vielleicht. Das aber wieder wenig aussagt. Eigentlich nichts. Das brachte mir zwei Dinge ins Leben ... Freude und Frust. Freude, eine Spielwiese gefunden zu haben, auf der ich auch alte Bekannte wiederfinden kann. Frust, dass diese Spielwiese oftmals fremdgesteuert wird. Oftmals? Im Grunde ja immer, denn Social Media wollen letztlich den Kunden so gut wie möglich ausbeuten. Dabei ist e...