Schafhirten und brave Reitersmänner

Des Morgens in Cavan, beim örtlichen Lidl … und der Himmel explodiert in Farben, die jeden Wetterbericht von Met Éireann verblassen lassen. Status Orange Weather Warning? Das ist dann schon mehr die Mahnung an den Landmann, sich besser warm und trocken anzuziehen. Wie es das Sprichwort sagt … red sky in the morning, shepherd’s warning! Kann ergo ein recht interessanter Tag werden.

Also, wir merken uns: Solch ein Spektakel am Morgen, und der Abend versinkt in nassem Chaos. Alte Bauernregel auf den Britischen Inseln, und auch meist zutreffend. Wobei, Regen im Laufe des Tages, das ist in Irland schon keine Wettervorhersage mehr, das ist Klischee. Und fast immer wahr.

Dennoch eine doch etwas angenehmere Aussicht auf den Tag, als sie Wilhelm Hauff (ja, der schwäbische Heimatdichter und Märchenerzähler) schuf. Als alter Romantiker, der nicht einmal 25 Jahre alt wurde, schrieb er wohl noch unter dem Eindruck der napoleonischen Kriege „Reiters Morgenlied“. Die typisch deutsch-morose Tagesprognose:

Morgenrot, Morgenrot,
Leuchtest mir zum frühen Tod …

Na dann, auf in den Tag! Aber Hauff betont Gottes Willen, dann ist ja alles gut. Und gelegentlich wird das von Silcher vertonte Gedicht auch als „Anti-Kriegs-Lied“ gehandelt. Wer es glauben mag. Immerhin, es geht nicht gegen die fränkischen Schergen (das waren die Württemberger schließlich auch selber), und das Vaterland ist auch nicht gerettet.

Aber irgendwie ist mir das irische Tagesprogramm dann doch lieber … lieber nass als durch die Brust geschossen.

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