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Frisch vom Drucker – der Loose Irland für 2018

Der Moment, in dem man weiß, dass sich die Mühe gelohnt hat – nicht, wenn das Geld im Kasten klingt. Sondern dann, wenn man ein neues Buch aus der eigenen Feder tatsächlich in den Händen hält. Dann erst sieht man schließlich, was man (in Zusammenarbeit it Lektorat und Verlag, das sei der Fairness geschuldet) auf die Beine gestellt hat. Und kann des Endprodukt wirklich beurteilen.

Jetzt gerade aktuell das Stefan Loose Travel Handbuch Irland, in der vierten Auflage zum Jahr 2018. Mit 612 Seiten immer noch kein Leichtgewicht geworden. Da geht es dem Reiseführer letztlich wie dem wohlbeleibten Autoren selber. Aber inhaltlich hat sich der Loose seit der ersten Auflage schon fortbewegt. Abgesehen von Aktualisierungen, Streichungen (derzeit gerade einmal wieder heftig – die irische Tourismusbranche scheint doch hier und da zu kränkeln) und neuen Attraktionen ist es vor allem das optische Erscheinungbild, das sich gewaltig änderte. War man „damals“ noch mit monochromen Abbildungen und einigen orangenen Farbflecken dabei, ist auch der Loose mittlerweile durchweg vierfarbig geworden.

So kann man dann auch Themen noch besser schmackhaft machen – etwa den Hausbooturlaub, der nun statt wie in den drei vorherigen Auflagen erstmals auf dem Erne beleuchtet wird. Ist für Anfänger (oder auch „Novizen“, wer sich noch an den selbsternannten Großadmiral der Hausboote erinnert), vor allem mangels Schleusenzwang, vielleicht attraktiver.

Mit dem Hausboot unterwegs – aber jetzt wird statt auf dem Shannon auf dem Erne gekreuzt.

Und neu hinzugekommen sind auch Schwerpunktthemen, die sich etwas aus der geographischen Zwangsjacke herausbewegen, ein Thema übergreifend beleuchten und dann gleich Verweise auf Veranstaltungen in den verschiedensten Counties geben. Etwa mit den Möglichkeiten, echte Einblicke in die irische Landwirtschaft zu erhalten, ohne gleich im Güllegeruch auf einen Bauernhof tapern zu müssen.

Vor der Show wird die Kuh frisiert … weil sie es wert ist!

Zum Kontrast gibt es dann auch mal Veranstaltungsbilder, die nicht unbedingt das „typische“, von Klischee-Erwartungen geprägte Irland zeigen. Etwa ein Ritterturnier, auf dem sich der französische Recke und der sarazenische Gegner im edlen Wettstreit messen dürfen. Gut, Les Amis d’Onno reisen aus Schottland an, gehören aber mittlerweile zum irischen Veranstaltungskalender dazu. Als mittelalterlicher Akzent wie auch als amüsante Wild-West-Show.

Alte Rittersleut sind doch immer Publikumsmagneten …

Also, Kaufempfehlung? Naja, darf man mich vielleicht nicht unbedingt fragen, irgendwie bin ich dann doch voreingenommen. Aber mit mittlerweile vier verschiedenen Reiseführern zum Thema „Irland“ im Handel bin ich nach wie vor der Meinung, dass der Loose eigentlich doch die umfassendste information bietet. Nicht, dass die anderen Bücher schlechter seien, eben nur anders angelegt.