Am Aschermittwoch ist alles vorbei?

Jedes Jahr dasselbe … einige Tage Terror, am heftigsten vom Fettdonnerstag bis zum Fastnachtsdienstag, dann der große Katzenjammer bei den Narren. Und Einzug halten die, die das Ende der tollen Tage noch so richtig wichtig nehmen. Die sich meist irgendwie moralisch überlegen sehenden Menschen, die die Fastenzeit dazu nutzen, ihr Bessersein ins Rampenlicht zu rücken. Manchmal auf recht peinliche Art. Denn wenn, wie hier auf Spitzwegs Gemälde, die „fünfte Jahreszeit“ bei Wasser und Brot in den Kerker geschickt wird, dann kommen die Poseure zum Zuge.

Jetzt hat sich’s ausgelustigt!

In Irland lauern in dieser Zeit die Chugger verstärkt, „charity muggers„, die dem Bürger das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Oxfam dürfte dieses Jahr weniger bekommen, schätze ich. Wie auch immer. Standardanmache: „Was geben Sie denn in der Fastenzeit auf?“ Meine Standardantwort: „Spenden!“ Meistens lächeln die armen Würstchen noch ein wenig, bis es eingesackt ist.

Ist aber alles nicht so schlimm wie die Mitmenschen, die sich etwa auf Facebook als die ultimativ Besten outen, weil sie Verzicht üben. Gut, nichts gegen Menschen, die aus religiösen Gründen eine echte Fastenzeit einlegen. Aber dieses Pseudo-Fasten der Massen geht mir nun wirklich auf den Zeiger. „Die nächsten Wochen esse ich keine Kartoffelchips!“ Stattdessen dann eben Erdnussflips und gesalzene Erdnüsse. Das Leben kann schon hart sein. Schokoladenverzicht, kein Alkohol, Wochen ohne Fleisch – man mag denken, dass die Leute sonst vielleicht etwas üppig zuschlagen. Und die temporären Fleischverächter eilen zum Regal mit Würstchen von Linda McCartney und Quorn-Hühnchenbrust.

Mein derzeitiger Favorit? Während der Fastenzeit keinen Kaffee bei Starbucks kaufen. Aus wirtschaftlichen Gründen mag das sehr sinnvoll sein. Wenn man einfach seinen Kaffee daheim macht, ist es aber kein echtes Opfer, oder? Zugegeben, die Bequemlichkeit fehlt. Und der L’Oreal-Faktor …

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